Duesseldorfer Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf
1747 wurde für den Kurfürsten Karl Theodor das Gießhaus umgebaut. 1818 schenkte König Friedrich Wilhelm II. von Preußen der Stadt den Theaterbau. 1843 übernahm der Dichter und Jurist Karl Leberecht die Leitung des Theaters und brachte es zu einer ersten Blüte.
1905 eröffneten dann Louise Dumont und Gustav Lindemann das Düsseldorfer Schauspielhaus an der Karl-Theodor-Strasse. Da der Neubau von den Bürgern Düsseldorfs finanziert wurde konnten sich Dumont und Lindemann ganz und gar der Kunst widmen. Im gleichen Jahr gründete das Paar auch eine Theaterakademie in Düsseldorf die Gustav Gründgens besuchte.
1932 starb Louise Dumont und Ihr Mann durfte Aufgrund seiner Religion nicht mehr arbeiten. 1943 wurde die Bühne bei einem Bombenangriff stark beschädigt.
Der in Düsseldorf geborene Gustaf Gründgens übernahm 1947 die Generalintendanz der Städtischen Bühnen. Trotz schlechter Bedingungen schaffte es Gründgens mit seiner Begeisterung alle – Mitarbeiter und Publikum – anzustecken. In Gründgens Zeit am Theater, schaffte er es, dass Düsseldorfer Schauspielhaus zur bedeutendsten Bühne Europas zu machen.
Seit der Spielzeit 2006/07 ist Amelie Niermeyer Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses.
Das heutige Theatergebäude wurde von dem Düsseldorfer Architekten Bernhard Pfau entworfen und war einer der letzten großen Theaterneubauten der Nachkriegszeit. Die Bauphase zog sich über mehr als ein Jahrzehnt und es entstanden Baukosten von bis zu 40 Mio. DM. Die offizielle Einweihung fand am 16. Dezember 1970 statt und es gab eine Demonstration, da es keinerlei Karten im freien Verkauf für die Eröffnung gegeben hatte.
„Bürger in das Schauspielhaus – schmeißt die fetten Bronzen raus“ hieß die Parole der Demonstranten.
Das Gebäude wurde ohne Logen oder Ränge im Zuschauerraum gebaut. Dies wurde als Ausdruck der Demokratisierung der Kultur und somit als neues Gesellschaftsbild verstanden.
Als Experimentierbühne wurde das Kleine Haus genutzt, da es die Möglichkeit zur variablen Bestuhlung hat. Hier konnte man die Arena- und Raumbühne als neue Bühnenform ausprobieren, die sich speziell für eine neue Dramatik eignete. Kritiker behaupteten, das Kleine Haus habe nur eine Alibifunktion, da das Große Haus ja ganz traditionell als Guckkastenbühne gebaut wurde.
Manche Kritik hat sich bewahrheitet. Denn es fällt immer schwerer die Einbeziehung des Publikums und den flexiblen Umgang mit dem Theater der im Kleinen Haus ganz selbstverständlich ist auch im großen Haus mit seinen übermäßig großen Dimensionen um zusetzten und die passende Spielform zu finden.
Heute gehört zum Düsseldorfer Schauspielhaus auch noch ein Kinder und Jugendtheater auf der Münsterstrasse, dass zwei Bühnen beherbergt.













