Der Rheinländer ist für seinen Karneval bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Er ist fröhlich, gesellig und patriotisch. Das landläufige Lebensmotto lautet „Et kütt wie et kütt“ (Es kommt wie es kommt). So bleibt es nicht aus, dass beim gemütlichen Beisammensein ein paar Bierchen und Schnäpse gekippt werden. Diese Feierlaune bedarf natürlich einer handfesten Grundlage. Und genau das ist die Rheinische Küche. Bodenständig, schmackhaft und durch die humorvollen Bezeichnungen für Nichteingeweihte irreführend.
Wer erwartet schon bei „Himmel und Ääd“ (Himmel und Erde) ein so profanes Gericht wie gekochte Äpfel mit Kartoffel, Röstzwiebel und Blutwurst. Der Unwissende bestellt sich von der Vesperkarte „Halver Hahn“ (Käsebrötchen mit Essiggurken) oder „Kölsche Kaviar“ (kleingeschnittene Blutwurst mit Zwiebel und Brot). Blutwurst, auch „Flöns“ genannt, ist für die Rheinländer sowieso unverzichtbar, genau wie Kartoffel, Äpfel, Schweineschmalz und Speck.
Die Gerichte sind aber keineswegs eintönig. Pellkartoffel. Reibekuchen, Stampfkartoffel und Kartoffelknödel passen perfekt zu rheinischem Sauerbraten, Hasenpfeffer oder „Hämmche mit suure Kappes“ (Schweinehaxen mit Sauerkraut). Auch Fisch ist in der Rheinischen Küche fest verankert. In der Nachkriegszeit wurden in einem großen Holzfass Salzheringe über den Winter gelagert, bei Bedarf gewässert und zu Matjesfilets, Heringsstipp und Fischfrikadellen verarbeitet. Später kamen dann auch noch Gerichte wie Rheinhecht in saurer Sahne oder Aal in Petersiliensauce dazu.
Aber was wäre ein gutes Essen ohne einen würdigen Abschluss. Nach einer herzaften Mahlzeit mit Bier und Verdaungsschnäpschen gehört natürlich etwas Süßes. Sauermilchgelee, Buttermilchwaffeln mit Sauerkirschen sind beliebte Nachspeisen. Wer es eilig hat, nimmt sich „Mutzenmandeln“ oder „Ballebäuskes“ für Unterwegs mit. Das ist in Butterschmalz ausgebackenes süßes Gebäck und passt sowohl zum Kaffee als auch als kleine Nascherei zwischendurch.
Die Rheinischen Spezialitäten sind meist preiswert, sowohl vom Namen als auch von der Zusammenstellung recht außergewöhnlich, aber immer schmackhaft. Nur eins ist die Rheinische Küche nicht, kalorienbewusst, aber dafür echt lecker.












